Am Mittwoch war erstmal Ausschlafen angesagt. Nach dem Frühstück ein kleiner Orientierungswalk durchs Städtchen, die übliche Einkaufsmeile, nett, aber unspektakulär auch in den Nebenstraßen. Überall wird gewerkelt …die Sommersaison naht. Kurzer Einkauf bei Ica und dann ging es zum eigentlich Highlight (laut Reiseführern) der Ruine Borgholm Slott und der königlichen Sommerresidenz Solliden mit ihrem großen Schlosspark. Pfeifender Wind auf der Hochebene, kleinwüchsige Bäume und Sträucher soweit das Auge reicht. Die Erdschicht auf der Hochfläche ist dünn, der Untergrund karg und steinig. Hier weit oben über dem Sund, strategisch günstig platziert, thront das mächtige Slot Borgholmen, dessen Ruine heute im Sommer als bunter Veranstaltungsort genutzt. Weiter gings zur Sommerresidenz in unmittelbarer Nähe. Das weitläufige Parkgelände ist sehr gepflegt und liebevoll gestaltet, zwei Gartencafés (sogar offen), zwei Hütten mit öländischem Kunsthandwerk, das Schloss selber kann nicht besichtigt werden. Ein bisschen durchgefroren, deshalb im Café ein Stück Morotskaka (Möhrenkuchen, immer in Konkurrenz zur Kanelbullar). Dazu für jeden ein Käffchen, bzw. zwei, denn in Schweden ist es üblich, dass man sich selbst an der großen Kanne, bzw. Kaffemaschine bedient und auch beliebig nachschenken kann. Zudem gibt es immer und überall Wasser dazu. Sehr angenehm. Zurück ging es mit ‚highspeed’, kalt und unwirtlich wars. Im Schiff erstmal Öfchen an, Aufwärmung mit Ingwertee und gemütlicher Abend an Bord.
Das schöne hier im Norden ist, dass das wirklich schlechte Wetter selten lange anhält. Donnerstagmorgen, blauer Himmel, Sonne, allerdings immer noch sehr windig, deshalb mal kein Radl heute.
Nach dem Frühstück nahmen wir den Bus zum Vida Museum für schwedische und nordische, zeitgenössische Kunst, Fotografie, Malerei, Skulptur und Design. Wieder ein wunderbar in die Natur integiertes Museumsgebäude mit weitläufigen Terassen und sensationellen Ausblicken weit über den Sund.
Uns erwartete u.a. eine Ausstellung des uns bislang unbekannten schwedischen Glaskünstlers Bertil Vallien. Er arbeitete lange mit der Glashütte Kosta Boda, der bedeutendsten Glashütte Schwedens zusammen. Gläser und Vasen der Firma sind auch in Deutschland weit verbreitet. In seiner ganz eigenen und äußerst aufwändigen Arbeitsweise schuf er schimmernde Glasskulpturen, indem er die Glasmasse in Sand formte. Und was soll ich sagen, wir waren fasziniert und tauchten tief in seine Symbolwelt ein. Immer wieder kopfschüttelnd und ein ‚unglaublich‘ auf den Lippen durchstreiften wir die Ausstellung. Große Begeisterung und Eindrücke, die mit Sicherheit lange nachhallen werden.
Nach der Vallienausstellung konnte für uns allerdings kaum noch etwas kommen, und so schauten wir die Kunstwerke der anderen Künstler nur im Vorbeigehen an. Einzig der Raum mit der Fotokunstausstellung ‚Ikonen‘ fing uns nochmal kurz ein und schickte uns auf eine Reise in die musikalische Vergangenheit der 1960/70iger. Immer wieder ein erinnerndes Lächeln auf unseren Gesichtern und ein ‚ach weißt du noch?‘
Was für ein unerwartetetes Highlight auf der bislang recht unspektakulären Insel.
Den Rest des Tages verbrachten wir gemütlich an Bord, recherchierten noch etwas über Bertil Vallien, blätterten im wunderbaren Ausstellungskatalog und planten den morgigen Tag.

Fotomotive gibt es immer und überall

Strand

Windmühlen

Schloss

Landschaft

Typische Häuser

Museum

Tolle Ausblicke

Beeindruckende Glaskunst

Der Januskopf (die linke Gesichtsseite spiegelt sich in dem Glas von innen)

Auch von aussen beeindruckende Architektur

Im Sollitude-Cafe