Die Wettervorhersage versprach uns eine entspannte Überfahrt am Montag nach Schweden, nicht selbstverständlich in der oft sehr stürmischen Hanöbucht.
Und tatsächlich, wir hatten Glück. Zwischendurch mal ein bisschen Geschaukel, aber insgesamt gemütliche 7,5 Stunden. Ankunft in Karlskrona am späten Nachmittag, kleiner Orientierungsrundgang im Segelhafengelände. Die Touristeninfo hatte leider schon geschlossen, aber das hatte auch noch Zeit bis morgen.
Dienstag lange ausgeschlafen und mit gekräuselter Stirn die Wind und Wellensituation der nächsten Tage studiert. Wie es aussah, würden wir den Rest der Woche wohl in Karlskrona verbringen (müssen).
Und so kam es. Bis auf Sonntag der totally verregnet und verstürmt war, hatten wir wunderbares Wetter, Sonne satt, aber Sturm vom Feinsten. In Spitzen fegte er mit Windstärke 6 selbst über den geschützten Hafen. Alle verfügbaren Leinen wurden an allen verfügbaren Pollern befestigt, damit das Schiff einigermaßen ruhig lag und nicht an die Pier gedrückt wurde. Das nämlich mögen die Fender so garnicht und quittieren ihren Unmut mit üblem Quietschen, wenn ihnen nicht sogar die Luft ausgeht. Wie es ‚draußen‘ aussah konnten wir uns vorstellen.
Karlskrona liegt auf der Insel Trossö und ist eine auf dem Reißbrett geplante Stadt. Historische, gut erhaltene Militär- und Marinegebäude, gerade breite Straßen, gesäumt von mehrstöckigen Wohngebäuden, nur vereinzelt typisch schwedische Holzhäuser, die irgendwie verirrt wirken in den großen Dimensionen der Stadt. Der riesige Marktplatz ist eingerahmt von Rathaus, der ‚Trefaldoghetskyrkan‘,(deutsche Kirche) dem Theater und der Fredrikskyrkan. Schon seit ihrer Gründung 1660 ist die Stadt ein wichtiger Flottenstützpunkt, heute ist die Marine allgegenwärtig. Seit 1998 hat die Stadt den Status des Unesco Welterbe.
In den nächsten Tagen radelten wir kreuz und quer über die Insel, am Wasser entlang auf die Inseln Saltö und Dragsö, wo noch viele schöne Hölzhäuser zu
finden sind. Das Blekinge Museum dokumentiert in hochherrschaftlichem Ambiente die Geschichte der Provinz und zeigt den Werdegang zum Welt Kulturerbe, definitiv ein Besuch wert, genau wie das eindrucksvolle Marinemuseum, das Andreas sich anschaute. Karlskrona bezeichnet sich selbst als eine Sommerstadt. Dementsprechend ruhig ging es zu. Einige Läden und Restaurants waren noch geschlossen, aber wir fanden zwei nette Cafés. Einkaufsmöglichkeiten gibt es reichlich und beim Durchstreifen des Städtchens entdeckten wir die ein oder andere hübsche Ecke.
Last but auf keinen Fall least gelang es Andreas endlich den Problemen der Brauchwasserpumpe der Troll auf den Grund zu gehen. Sie zickte schon seit langem immer wieder. Das nötige Ersatzteil (die Kohlebürsten) wurden in Polen bestellt und nach Karlskrona geliefert. Andreas baute sie ein und voilá fließend Wasser in sattem Strahl. Die Zwangspause also nicht nur abgewettert, sondern auch effektiv genutzt.
Morgen soll es sonnig werden mit blauem Himmel von Pol zu Pol und wir können weiter!

der Track

Karlskrona Einkaufstrasse

der zentrale Platz

In der „deutschen“ Kirche

Frederikskirke

ein Tunnel führt unter der Stadt zum Marinehafen

eine weitere, herausgeputzte Einkaufsstrasse

Unser Lieblingscafé

Blekinge Museum

Ausflug nach Dragsö

Kleine Schäre mit ehemaligen Wehrtürmen

Ein „Projekt“ am Wegesrand

Der beste Campingplatz Nr.247 von dem Campingplatz auf Dragsö

Schöne Wohnlage

Ein Park mit alten Häusern