Wie geplant ging es heute morgen bei strahlendem Sonnenschein und ruhiger See los gen Norden. Aus strategischen Gründen wollten wir auf die andere Seite der Insel in den Hafen von Tejn verlegen. Von dort können wir mit dem Rad wahlweise runter nach Gudhjem oder nach oben zur Festung Hammerhus radeln. Außerdem ist der Sprung nach Schweden von dort aus leicht machbar.
Immer nahe am Ufer entlang ging es, was für eine herrliche Küste! Mal Sandstrand mit sanft hügeligen Wiesen und Rapsfeldern im Hintergrund und kleine Örtchen bzw. Häuseransammlungen – alle mit eigenem Räucherkamin. Mal schroffe Steilküste mit bizarren Felsformationen wie den Kamelköpfen und auf der Höhe die imposante Burgruine Hammerhus. Die Vegetation leuchtete in allen erdenklichen Grüntönen. Beim Leuchturm Hammerodde Fyr gings um die Spitze und eine alte noch stehende Dünung überraschte uns. Vorbei war die gemütliche Fahrt, Konzentration und Sicherung der Einrichtung waren angesagt. Glücklicherweise hatten wir einen günstigen Kurs, sodass die Welle von seitlich vorne kam und uns nur talwärts und wieder hoch führte. Ein bisschen wie Achterbahnfahren. Andreas kreuzte eine kurze Strecke, sodass wir kommod im Hafen einlaufen konnten.
Tejn ist ein reiner Fischereihafen, einige wenige Freizeitboote und auch das Dörfchen unspektakulär. Immerhin: ein Dagli Brugsen und ein Bäcker sind vor Ort.

Wieder ein strahlender Tag. Für die Stromversorgung der Räder ist gesorgt, heute soll es gen Süden nach Gudhjem gehen. Da wir ungern eine Strecke 2x fahren hat Andreas eine Rundtour geplant: hin durchs Landesinnere, zurück am Wasser entlang. Bergauf, bergab durch Buchenwälder und Wiesen, teilweise steile kleine Sträßchen und immer herrliche Sicht in die Weite der Landschaft, mit unseren motorisierten Bromptons das reine Vergnügen. Gudhjem wird als malerisches Städtchen mit mediterranem Reiz beschrieben, ein idealer Ferienort für Familien. Eine enge von Geschäften und Unmengen Lokalitäten gesäumte Straße führt hinab zum Hafen. Malerisch ja, aber man kann sich die Touristenströme im Sommer ausmalen. Alles etwas puppig und geschniegelt. Wieder sind wir froh in der Vorsaison unterwegs zu sein, noch wenig Geschäftigkeit, für uns gerade richtig!
Ein Besuch der Røgeri ist natürlich ein Muss. Geräuchertes eingekauft, ein Käffchen getrunken und uns auf den Rückweg gemacht. Auf der Strecke liegt das Bornholm Kunstmuseum, unser zweites Ziel heute. Alleine schon der Museumsbau ist eine architektonisch absolut gelungene Verbindung von Natur, Kunst und Kreativität. So organisch in die Landschaft eingepasst. Das Konzept zieht sich durch das ganze Haus. In vielen Räumen überraschende Ausblicke nach draußen, die ihrerseits wie gerahmte Kunstwerke wirken. Ein kleines Rinnsal läuft durch den ganzen Bau, es ist der Bach, der aus der benachbarten ‚heiligen‘ Quelle entspringt. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Künstler der Bornholmer Schule, einer von vier dänischen Kunstschulen. Die Werke sind nicht in weißen Räumen gehängt, sondern alle Wände erstrahlen in kräftigen Farben. Faszinierend! Nach unserer großen Runde schlendern wir durch den Garten, entlang der Steilküste und wieder spektakuläre Ausblicke auf die bizarren Felskonturen dieser Küste.
Was für ein erfüllender Ausflugstag!

Rückblick auf Liegeplatz Rønne

Vielfältige Küste

Hammerhus Burgruine

„Kamelköpfe“

Tejn Hafen

der Track

Unterwegs nach Gudhjem

Gudhjem

Viele Häuser haben noch ihre Räucherschornsteine

Im Kunstmuseum

Ausblicke

Farbige Wände

eingefügt in die Landschaft

Hier sind auch spektakuläre Klippen

der Track