Und dann hieß es tatsächlich Abschied nehmen vom Mälarensee. Schön, sehr, sehr schön wars! Unser Plan die schwedischen Sommerferien im Juli nicht mit der verzweifelten Suche nach einem freien Liegeplatz zu verbringen ging auf. Keine schon von zahlreichen Booten besetzten, übervollen Buchten, Liegeplätze an den schönsten Stellen zum Aussuchen … herrlich! Tagesziele aussuchen je nach Bedarf in ruhiger Natur, oder doch eher in mehr Zivilisation, kein Problem. Wir haben es sehr genossen.
Aber jetzt ging es zurück durch den Sigtunafjord, eine letzte Querung des Mälaren, eine Nacht in der Ankerbucht, die wir schon von der Hinfahrt kannten und ab durch die Schleuse Södertälje. In Södertälje ein kurzer Halt im Hafen zum Einkaufen und weiter gings. Wir steuerten eine kleine Ankerbucht am Naturreservat Brandalsund an, wunderhübsch, aber leider verschlechterte sich das Wetter zusehends, sodass ein Landgang keine Option war. Schade! Am nächsten Tag klarte es auf und unser Ziel, eine Ankerbucht im Naturreservat Ringsö, zeigte sich sich in herrlichem Sonnenlicht. Ringsö hat eine Vielzahl von Buchten. Andreas hatte eine speziell besondere im Auge und siehe da, auf die Idee gerade hier zu ankern war noch keiner (heute) vor uns gekommen (was sich im Laufe des Abends ändern sollte). Aber erstmal Idylle pur, Ruhe, Sonnenschein, grünes Wasser. Wir machten das Beiboot zur Ausfahrt klar und mäanderten flüsterleise (dank Elektromotor) gemütlich durch das Gewirr der verschiedenen kleinen Buchten. War das Ankern in den letzten Jahren noch relativ selten, haben wir es dieses Jahr tatsächlich fest etabliert und lieben gelernt.
Nach Tagen Ankern stand mal wieder Zivilisation an. Nach einigem Hin-und Her fiel unsere Wahl ziemlich willkühlich auf Nyköping. Viel Interessantes gibts laut Recherche im Netz und Reiseführer nicht. Aber es gibt einen Maxi Ica und einen Biltema. Im Hafen wurden wir von einem supernetten Hafenmeister empfangen, der uns bei Ansicht des Schiffs statt zu der zuerst zugewiesenen Y-Box an einen Längslieger dirigierte. Wetter prima, Liegeplatz perfekt, Glück muss man haben! Lange keine Seitenausteigemöglichkeit mehr gehabt! Nach 3 Tagen Ankerbucht, tat es gut die Beine zu vertreten. Der Gang ins Städtchen überraschte uns ob seiner Idylle komplett. Entlang des Flusses ‚Nyköpingsån‘, der sich durch die Stadt schlängelt, ein wunderschöner Fußweg unter Bäumen, Schaukelbänke am Ufer, gepflegte bunte Bepflanzung, ein altes Wasserkraftwerk und das historische Nyköpinghus, eine alte Burganlage. Und auch im Städtchen selber, bleibt keine Wunsch offen. Vor dem Rathaus ein großer Stand mit frischen Gemüse vom Bauernhof, eher eine Rarität an Orten an der Küste, wo man alles verpackt im Supermarkt kauft. Die Einkaufsmeile lebendig und nett gestaltet, hübsche Cafés, kleine Boutiquen,eine heiß ersehnte Bäckerei mit gutem Brot und alle Läden, die man sonst noch braucht. Auch auf unserem kleinen Rundgang in der ‚2.Reihe‘ hübsche alte Holzhäuschen,das üblich Kopfsteinpflaster, keine gestylte Fassade für Touristen einfach schön. Kein Wunder, dass Nyköping, genau wie Trosa, Kulisse für einige Inga Lindström Filme war. Zurück liefen wir am anderen, gleichermaßen liebvoll gestalteten Ufer des Flusses. Wir waren wirklich baff. Nirgends hatten wir bislang erwähnt gefunden, wie hübsch diese Städtchen ist. Und so ergab es sich, dass wir eine ganze Woche an diesem schönen Flecken blieben. Wir erforschten das Städtchen genauer, besuchten zwei Kunstgalerien in dem alten Brauereigelände, ließen auch das Stadtmuseum, das uns einiges der Historie Nyköpings nahebrachte, nicht aus, radelten und kauften gemütlich ein. Das Wetter war genial, Sonne und Wolken im Wechsel, 23-25 Grad, allein der stürmische Wind war nervig. Aber dadurch, dass er die ganze Woche so heftig blies, konnten wir ohne Dringlichkeit weiterzukommen entspannt das Städtchen genießen.

Das Titelbild ist der letzte Blick auf den Mälaren

Södertalje Schleuse

der Track nach Brandalsund

Wieder in den Schären

Ankerbucht Brandalsund

der Track nach Ringsön

Ankerplatz in Ringsön

Und auf der „Karte“

Ansichten von Ringsön

Und weiter nach Nyköping

der Track

Unser Premiumplatz in Nyköping

Am Hafen

der Paddelweltmiester aus Nyköping

Uralte Holzhäuser am Fluss

das älteste mit Grasdach an einem Cafe

Nyköpinghus vom Fluss aus

Und von der anderen Seite

Malerische Ecken

Und Brücken

Der Glockenturm

Hübsche Cafes

Der Marktplatz

Das Wasserkraftwerk

Imposantes Haus an einer Brücke