‚Gefangen im Sund‘ spornte uns nach 3 Tagen an, dann doch unser
Stillliegen zu beenden und nochmal was Neues zu sehen. Zudem sah es auch so
aus, dass die Nordausfahrt tendenziell in näherer Zukunft bessere
Wetterverhältnisse bieten würde. Also auf gen Norden, Ziel Helsingör. Nach
Helsingbørg, der schwedischen Schwesternstadt am gegenüberliegenden
Ufer und intensiver Reiseführerrecherche versprachen wir uns nicht allzuviel
von dem Städtchen. Eine weltbekannte, als Unesco Welterbe geschützte Burg,
von weitem schon zu sehen, ansonsten nettes Städtchen … also schaun
wir mal. Die Position war allemal besser zum Absprung nach Westen, wenn Wind und Welle es erlauben würden.
Und was für eine Überraschung! Richtig gehende Begeisterung! Ein großer
angenehmer Hafen, Längsliegerplatz mit Blick auf die Burg. Auch das
Drumherum sehr angenehm. Fußläufig eine Foodhall mit buntem,
reichhaltigen Essensangebot aus aller Herren Länder. Vorwiegend alte,
guterhaltene Backsteinbauten, viel Information über die Stadt, die
jahrhunderte lang durch ihre Lage am schmalsten Teil (2sm breit) des Sunds mit Zöllen für die Durchfahrt zu Reichtum gekommen ist. Ein aktueller Bezug drängt
sich auf! Blaue Punkte auf dem Boden führen zu den Sehenswürdigkeiten
der Stadt, sehr bequem und abwechselungsreich. Wer den Film ‚Hamnet’
gesehehen bzw. Shakespear gelesen hat, weiß, dass das Stück auf der
Burg spielt und in Helsingör verortet ist. Und nicht nur für den Klassiker ist die Stadt Schauplatz, sondern auch für die skandinavische Krimiserie um den Kommissar Dan Sommerdahl. Die aktuellen Dreharbeiten fanden gerade im Hafen statt. In der Stadt zahlreiche kleine Cafés und nette Läden in den verzweigten Einkaufssträßchen. Emsiges Treiben überall, denn am Wochenende fand der Elisnor Ironman statt. 2000 Teilnehmer gaben ihr Bestes, untermalt von laustarker Anfeuerung und beschallt von dröhnender Musik. Ein Riesenevent! Sommerstimmung.
Es fiel uns wirklich nicht schwer, hier abzuwarten. In und um das Städtchen
gab es immer wieder etwas Neues zu endecken, eine kleine Radtour am
Wasser entlang, das Wetter wieder – wie fast die ganze Zeit – herrlich nordisch
blauer Himmel, maximal ein paar Wolken, angenehme 23 Grad und (der uns
an der Weiterfahrt hindernde) Wind, der durchgehend heftig pustete. Was
will man mehr.
Uns ist absolut unverständlich wie man in den Reiseführern den Charme
dieses Städtchen so unterschlagen kann.

Der Track

die Burg

der Hafen

Das Kulturzentrum

Altstadtgassen

Musik im Hof

An der blauen Punktelinie (beachte die Hände unter dem Stein…)

Der Meerjungmann von Helsingör

Und herrliche Sonnenuntergänge im Hafen