Nach 7 Stunden moderater Fahrt erreichten wir das kleine Städtchen Nysted an der Südküste Dänemarks. Ein kleiner Fischerhafen in einer Bucht, gemütliches Treiben am Ufer, angenehmer, kühler Wind und endlich wieder die kleinen roten Fachwerkhäuschen. Gegenüber dem Hafen das um 1200 angelegte Schloss Nysted in der Abendsonne. Mehr pittoresk geht nicht !
Sonntagmorgen, wir wollten eigentlich nur Brötchen beim Bäcker holen, eine Überraschung. Im Städtchen fand just an diesem Wochenende das Event ‚Offene Ateliertüren im Guldbergsund’ statt. Künstler‘innen und Kunsthandwerker‘innen der Gegend hatten die Türen ihrer Ateliers, Galerien und Werkstätten geöffnet und man konnte sich nach Herzenslust umschauen und ins Gespräch kommen. Gleich am Marktplatz im ältesten Haus des Ortes war die erste Werkstatt geöffnet und die Künstlerin begrüßte uns. Und so ging es weiter von Station zu Station. Unsere Brötchen erwischten wir kurz vor Ladenschluss und Frühstück gabs dementsprechen ziemlich spät.
Unser ungeplanter Kunstsonntag sollte noch weitergehen. In radelbarer Nähe befindet sich das ‚Fuglsang Museum‘. Es ist eine Kunstsammlung, die Werke dänischer Künstler von etwa 1780 bis heute zeigt. Die preisgekrönte Architektur des Museums mit seinen großen Fensterflächen erlaubt faszinierende Ausblicke in die weitläufige Landschaft und lässt sie fast wie ein eigenes Kunstwerk erscheinen. Ein beeindruckender Querschnitt durch die verschiedenen Epochen der dänischen Malerei, sehr, sehr schön kuratiert.
So unverhofft und so wunderbar dieser ungeplante Kunstsonntag.
Schon lange hegte Andreas den Wunsch durch den Guldbo,rgsund zwischen Lolland und Falster hoch ins Smålandsfahrwasser zu schippern, aber nie passte es richtig. Diesmal kein Problem, von Nysted um die Ecke gen Norden hinein in den Sund. Obwohl der Sund selbst recht breit ist, war doch die abgesteckte Fahrrinne schmal und forderte hohe Konzentration des Käpten. Eine Brücke öffnete auf Anfrage problemlos, sodass wir ungehindert passieren konnten. Wir steuerten das Städtchen Nyköbing an, eine unspektakuläre, wenngleich mit allem Notwendigem ausgestattete Kleinstadt. Ein schöner Hafen, ein toller Fischladen mit ‚Varmrøget lax‘, eine lebendige Einkaufsstraße. Kleiner Bummel, nix Aufregendes. Aufgrund ungemütlicher Wellen im Smålandfahrwasser blieben wir noch einen weiteren Tag im Städtchen.
Dann aber gings weiter durch den Sund vorbei am namensgebenden Guldborg bis ans Ende. Auch hier öffnete die Brücke als wir anfuhren, und das Smålandfahrwasser empfing uns mit moderater Welle.
Bucketlistziel Guldbergsund abgehakt!
Die Nordseite des Smålandfahrwassers und somit die Südküste von Seeland kannten wir noch nicht. Unser Ziel das Fischerdörfchen Karrebæcksminde. Der Hafen nicht allzu groß. Viele Boote, die sich schon Freitagmittag ein Plätzchen im Hafen gesichert hatten, um das Wochenende am Strand zu verbringen. Buntes Treiben entlang des Kanals in dem wir festgemacht hatten. Ein veritabler Urlaubsort, wie die Autoschlange an der Brücke zeigte. Viele kleine Fischrestaurants, der vermeintlich beste Bäcker Dänemarks -können wir bestätigen-, eine große Eisdiele, doch insgesamt, trotz Trubel, sehr entspannt. Eine Radtour ins 10 Km entfernte Næstved brachte etwas Bewegung in unsere ansonsten faulen Tage. Für größere Aktivitäten war es einfach auch hier oben zu warm.
Nach drei Tagen verabschiedeten wir uns von dem pulsierenden Örtchen und somit auch vom Smålandsfahrwasser und nahmen Kurs auf Lundeborg an der Küste Ostküste Fynens.

Track nach Nysted

Erster Blick auf Nysted

Das Haus der Künstlerin (link und rechts) in dem wir als erstes waren

Im Hof der Künstlerin

Das alte Packhus, in dem viel Kunst zu sehen war

Kunst im Bürgersteig

Blick aufs Schloss

Ausflug zum Museum

In dem der Blick in die Landschaft zum Teil des Museums wird

Track nach Nyköbing

Im Hafen

Im Städtchen

Track nach Karrebæksminde

Liegeplatz im Fluss vor der Brücke

Gegenüber lag Henny, ein älteres Schwesterschiff von Troll

Sonnenfinsternis mit Camera Obscura angeschaut

Plauderrunde im Wasser

Strand wird bewacht

Næstved

Kunstmuseum am Hafen