Windstärke 5 in Böen 8 …. das Schiff lag sicher vertäut im Hafen und wir, unter Deck, lauschten dem prasselnden Regen und beobachteten wie der Sturm an den Leinen zerrte. Aber wie immer: nach Regen kommt Sonnenschein und nach einer noch etwas unruhigen Nacht schien heute Morgen die Sonne vom blitzeblauen Himmel. Immer wieder spannend Wetter so hautnah erleben zu können.
Heute ging es ziemlich früh los: die Lüneburger Heide stand auf dem Programm. Nachdem wir neulich im ‚Heidebblütebarometer’ recherchiert hatten, dass die Hauptblütezeit der Heide von Anfang August bis Anfang September ist – wir hatte die es später verortet – war es höchste Zeit für diesen Ausflug. Nach gut fünfzig Kilometern sichteten wir die ersten lila blühenden Heideflecken. So schön! Das Heidedörfchen Undeloh war laut Ausflugstipps der beste Ausgangspunkt für Wanderungen, Kutschfahrten und Radtouren durch das größte zusammenhängende Heidegebiet. Neu für uns war, dass es tatsächlich nur relativ kleine, überschaubare Heideflächen gibt und nicht DAS große Lüneburger Heidegebiet das kilometerweit lila blüht. Ebenfalls nicht gerechnet hatten wir mit den Schwärmen von funktionsbekleideten Wanderfreunden, Fernradwegfahrern und Kutschtouristen. Ein echter Hotspot. Nichts wie raus in die blühende Heide. Wanderer, Spaziergänger und Radfahrer teilten sich eine schmale Sandpiste, den breiten Weg brauchten die Kutschen. Mühsam! Aber die blühende Heide war es wert … so schön! Wir cancelten unser Vorhaben einen Rundweg zu fahren, blieben immer wieder stehen um zu gucken, zu fotografieren … einfach herrlich. Nachdem wir den grandiosen Ausblick im nördlich von Wilsede gelegenen Totengrund ehrfürchtig bestaunt hatten, kehrten wir um. Zurück im Hotspot aßen wir noch eine Heidschnuckenbratwurst – in der Heide leider weit und breit keine Heidschnucke (hoffentlich nicht alle für die Touris zu Bratwurst verarbeitet) – packten die Räder wieder ins Auto und ab zurück gen HH. Auf dem Weg legten wir noch einen Zwischstopp kurz vor Jesteburg an der ‚Kunststätte Bossard‘ ein. Ein veritables Gesamtkunst-/ und Lebenswerk des Professors für Bildhauerei Michael Bossard und seiner Frau mitten im Wald, das den europäischen Kulturerbe-Preis ‚Europa Nostra‘ erhalten hat. Über viele Jahrzehnte arbeitete das Ehepaar an dieser Anlage, bestehend aus dem Kunsttempel, Wohn- und Atelierhaus, einer weitläufigen angelegten Gartenanlage und vielen Zeugnissen bildhauerischer Arbeit. Wir schlenderten gemütlich kreuz und quer und genossen die Ruhe – lediglich 4 weitere Besucher waren vor Ort. Sehr beeindruckend! Auf der Rückfahrt erledigten wir noch ein paar Einkäufe im Biohof Overmeyer, aßen sehr lecker vietnamesisch in Wilhelmsburg und nahmen noch ein Eis beim Wilhelmsburger Eisdealer. Rundherum ein schöner Tag mit vielen neuen Eindrücken!


Ausblick auf die blühende Heide


einfach schön


mit Heidekate


die Heide blüht noch!


sterbende Bäume …


… am Totengrund


Weg in den Totengrund


Plan der Kunststätte Gossard


die Skulpturenreihe (4)


der Kunsttempel (3)


Details am Kunsttempel


der Innenraum des Kunsttempels


Lecker Essen im Wat Dat PHO in Wilhelmsburg, Veringstrasse 157