Ein Plausch mit den Nachbarn im Hafen dient nicht etwa nur zu Unterhaltung und zur Befriedigung der Neugier, sondern kann unter Umständen auch mal Fehlplanungen verhindern. Unser Plan war von Sønderburg durch den Augustenborgfjord nach Augustenborg zu schippern. Von unserem Stegnachbarn erfuhren wir, dass das Wasser durch einen Brand Ende Juli in einer Lackfabrik noch immer verseucht sei. Okay, baden wollten wir nicht unbedingt, aber die Situation insgesamt machte uns ein mulmiges Gefühl. Plan B trat in Kraft: wir radelten über Land nach Augustenborg. Diesmal war der Weg definitiv nicht das Ziel. Zwar sind die Radwege obergroßzügig bemessen – teilweise eine eigene Spur auf einer 3-spurigen Straße. Nichtsdestotrotz ging es immer entlang der Hauptstraße, dazu gleißender Sonnenschein. Der Weg zog sich durch Sønderburgs vorstädtische Gebiete. Gleichförmig rot- oder gelb geklinkerte, einstöckige Häuschen, aneinandergereiht wie auf einer Schnur, sauber geschnittene Rasenquadrate davor, dänische Sachlichkeit. Gut, dass die Strecke mit 10 km überschaubar war, und wir nach einem dreiviertel Stündchen zum Hafen von Augustenborg runter rollten (weil natürlich hügelig im flachen Dänemark). Viele leere Plätze, recht nette Lage. Man kann den Ford hochschauen wenn man sich strategisch günstig legt. Unser Ziel war das Schloss und der dazugehörige Kunstpark. Die Fahrt hatte sich gelohnt! Eine sehr weitläufige Park-und Waldanlage, oberhalb des Fjords gelegen, mit einem beeindruckenden barocken Schlossensemble. Eines der größten und schönsten ganz Dänemarks.Die Kunstobjekte verschiedener Künstler waren über das ganze Gelände verteilt. Es machte großen Spaß, sie aufzuspüren und individuell zu interpretieren. Die Zeit verflog, und als wir nach einigen Verirrungen im Wald auch den Hulk gefunden hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Mal wieder hatten wir nur kurz einen Ausflug machen wollen und es wurde fast eine Tagestour. Dementsprechend groß war der Hunger, es reichte nicht fürs Kochen: Falaffelpita für mich und Dönerpita für Andreas – erstaunlicherweise sehr lecker. Zum Nachtisch eine Kugel Lakritzeis (Anne) und eine Kugel Zitronensorbet (Andreas)
Und ein weiteres Tageshighlight für Andreas: der Kauf einer mobilen Datenkarte für unseren Gigacube. Simkarte für 7€ und 100 GB Daten für schlappe 14€ . Alles ohne Formalitätenkram, reinschieben, lossurfen, feddisch! Geht doch! Guck mal Deutschland!

Augustenburger Schloss

Toreinfahrt auf der anderen Seite

Blick auf den Fjord

Reflektionskunst im Park

Fjord mit Schiff

Runkogler unter der Hans-Christian-Andersson-Linde mit Blick aufs Wasser

Diese HCA-Linde hätte man besser sterben lassen

Nochmal Schiffe auf dem Fjord

Grosse Buche (stand auf dem Schild)

Blick zum Wasser

Blick zum Museum

Kunst

Kunst

Blick aus dem Haus der Kunst

Kitsch

Hafen Augustenborg

Tourübersicht

Abend im Hafen Sonderborg